Audiowalk – Die Axt im Haus…

25. und 26. Juni 2016

Konzept, Regie, Realisation: Stefanie Bischoff und Christian Weiß

Ankunft am Braunschweiger Hauptbahnhof: ein enger Gleistunnel, eine riesige Bahnhofshalle, ein Vorplatz ohne Leben, eine Autobahn ohne Autos, deren Ende nicht in Sicht ist und die höchstwahrscheinlich in die Innenstadt führt. Einöde. Der Audiowalk bewegt sich entlang dieser Achse und eröffnet spielerisch einen neuen Blick auf das Areal zwischen Bahnhof und John-F.-Kennedy-Platz. Es entsteht eine interdisziplinäre, audio-aktive Stadtraum-Inszenierung für 25 Fußgänger, bei der es die gewohnte Umgebung aus neuen Perspektiven zu erleben gibt.

In Kooperation mit dem BDA Bund Deutscher Architekten, Bezirksgruppe Braunschweig.

 

KOMMENTARE:

„Zum Ende der diesjährigen Architekturzeit läd der BDA Braunschweig zur Teilnahme am Audiowalk als Schlussveranstaltung für den  vorangegangenen BDA Workshop 2015 Urbane Fehlstellen und der anschließenden BDA Ausstellung Bahnhof sucht Anschluss.
Den audio geführten Teilnehmern erschließt sich das durchaus bekannte Stadtquartier aus neuer und unerwarteter Perspektive. Von unbeteiligten Passanten interessiert betrachtet, durchschreiten die Teilnehmer in ungewohnt würdevoller Haltung und im Tempo und Takt der Klänge den so bekannten Gleistunnel. Völlig entschleunigt betritt man die Bahnhofshalle, die über den gelenkten Blick eines Spiegels neue Perspektiven ermöglicht. Durch elektronische Klänge und die mittlerweile vertraute Stimme des Guide wird man durch den Walk geführt und der Realität entzogen. Entlang der Strecke gibt es kleine Raststätten an denen die Teilnehmer  verweilen und sich auf die kleinen Geschichten unbekannter Stimmen konzentrieren. Durch immer wieder wechselnde Fokussierungen entstehen Perspektivwechsel – Unbekanntes und Belangloses erscheint plötzlich in einem anderen Kontext  – der Besucher wird zum Akteur und tanzt poetisch verträumt, nicht nur in seiner Vorstellung sondern den Walzer vor dem Löwen …“

– Michael Peter, Architekt –

///

„Das Medium Audio per Kopfhörer ist eindringlich, aber auch verführerisch. Wenn man, wie ich, ansonsten fast nie mit Kopfhörern Musik o.ä. hört, ist man da äußerst empfänglich. Das ist Chance wie Gefahr der Manipulation. Habe gemerkt, wie ich in einen mir ‚genetisch‘ untypischen Rythmus gekommen bin, der auch am Nachmittag noch nachhallte. Darüber will ich weiter nachdenken, forschen …“

– Bettina Maria Brosowsky –